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Sklaverei und die Krise der Republik Drucken
Geschrieben von DUEDA   
Donnerstag, 4. Februar 1999
Die Krise der römischen Republik zeigte sich in vielen Phänomenen und hatte eine Reihe von Ursachen. Als eine von diesen zählt in der Forschung die Sklaverei, die in dieser Hausarbeit näher beleuchtet wird.

Sklaverei und die Krise der Römischen Republik

Landwirtschaftssklaven

Titelbild: Die Ausbeutung von Landwirtschaftssklaven. Aus einem sowjetischen Schulbuch. (Quelle: Wiedemann, Slavery, S. 34)

Hausarbeit zum Hauptseminar:

Die Krise der Römischen Republik

bei

Prof. Dr. A. Chaniotis

von

Rüdiger Jörg

7. Fachsemester

Seminar für Alte Geschichte

der Universität Heidelberg

04.02.1999

1. Einleitung

2. Herkunft und Anzahl der Sklaven

3. Einsatzgebiete der Sklaven

3.1. Sklaven im Bergbau

3.2. Sklaven in der Landwirtschaft

3.3. Sklaven im Handwerk

3.4. Sklaven im Haushalt

3.5. Sklaven im Staatsdienst

4. Ökonomische Bedeutung

5. Rechtlicher Status der Sklaven

6. Die soziale Stellung der Sklaven

7. Formen von Widerstand und Sklavenaufstände

8. Lösungsversuche der Sklavenfrage

9. Zusammenfassung und Schlußbemerkungen

Fußnoten

10. Quellen und Literaturverzeichnis:

10.1. Quellen:

10.2. Literatur:

10.3. Bibliographien:

1. Einleitung

Die Krise der römischen Republik zeigte sich in vielen Phänomenen und hatte eine Reihe von Ursachen. Als eine von diesen zählt in der Forschung die Sklaverei, und so wird sie auch in der entsprechenden Literatur erwähnt. Während hier meist die Institution der Sklaverei und die Situation des einzelnen Sklaven wenig beachtet wird, vernachlässigt die allgemeine Literatur über antike Sklaverei die Bedeutung dieser Institution für die Krise der Republik. Mit dieser Arbeit soll versucht werden, eine Synthese aus beidem zu schaffen. Es sollen sowohl die sozialen Aspekte als auch die Zusammenhänge zur Krise der römischen Republik gezeigt werden. Dabei müssen, nachdem die Herkunft und Quellen von Sklaven geklärt wurden, ihre Einsatzgebiete in der römischen Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt werden sowie ihre Bedeutung für diese. Ebenso soll ihre soziale und rechtliche Lage erläutert werden. Dabei kommt man nicht umhin, auf die großen Sklavenaufstände einzugehen. Schließlich sollen in einem Überblick die vielfältigen Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Beziehungen zu anderen Elementen der Krise der Republik aufgezeigt werden. Das Hauptaugenmerk wird auf die Jahrhunderte der Krise, also das 2. und 1. Jh. v. Chr., gelegt. Da die Institution der Sklaverei weitaus älter ist und auch danach Fortbestand hatte, wird so mancher Blick über diese zeitliche Eingrenzung hinausgehen.

Die Quellenlage ist nicht überaus zahlreich, aber durchaus zufriedenstellend. Besonders die Agrarschriftsteller Cato, Varro und Columella geben Aufschluß über die Sklaverei. Aber auch bei anderen Autoren finden sich für das Thema relevante Stellen.

Einen Überblick über die Forschungsgeschichte bietet N. Brockmeyer. (1) In dieser Arbeit wurde bewußt darauf verzichtet, um sie nicht zu sehr auszudehnen. Die Vielzahl der Publikationen spiegeln das rege Interesse der Geschichtswissenschaft am Thema wieder, wenn auch die wenigen in letzter Zeit erschienen Titel zeigen, daß sich das Interesse anderen Gebieten zuwendet. (2) Nichtsdestotrotz findet die Beschäftigung mit der Sklaverei ihre Berechtigung.

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2. Herkunft und Anzahl der Sklaven

In der Frühzeit der Republik war die Schuldknechtschaft (3) weit verbreitet. Große Teile der ärmeren Bevölkerung waren durch die sozialen und ökonomischen Probleme dieser Zeit betroffen und so waren sie es auch, die als erste in die Schuldknechtschaft gerieten. Der Schuldner war seinem Gläubiger in persona ausgeliefert. Sowohl die bewegliche als auch die unbewegliche Habe sowie seine Familie konnten vom Gläubiger in Anspruch genommen werden. Meistens blieb es bei der Ausnutzung der Arbeitskraft des Schuldners und seiner Familie, im extremsten Fall konnte er aber trans Tiberim verkauft werden, wenn er die festgesetzte Schuldsumme nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbezahlen konnte.

Die Bedeutung der Schuldsklaverei nahm jedoch im zunehmenden Maße ab, bis sie durch die lex Poetelia im Jahre 326 v. Chr. abgeschafft wurde. Grund hierfür waren zum einen die Widerstände der sozial schwächeren Gruppen, zum anderen die Fremdsklaverei, die sich in zunehmendem Maße als rentabler herausstellte.

Diese Fremdsklaven kamen zumeist als Kriegsgefangene nach Rom. Schon in der Frühzeit waren Teile besiegter Völker versklavt worden. 307/306 wurden etwa 7000 Samniten versklavt. (4) Mit den zunehmenden Expansionskriegen nahm auch die Zahl der Sklaven zu, die nach Rom und Italien kamen. Nach jedem römischen Feldzug strömten ganze Scharen fremder Sklaven nach Rom. Wie groß die Zahlen waren geht aus einigen Angaben antiker Autoren hervor. Livius berichtet von 30 000 in Tarentum im Jahre 209 v. Chr. (Liv. 27,16,7), 8000 in Afrika im Jahre 204 v. Chr. (Liv. 45,34,5f.), 177 v. Chr. ungefähr 6000 in Istrien (Liv. 41,11,8) und wohl an die 40 000 auf Sardinien im Jahre 174 (Liv. 41,28,8). 150 000 wurden in epirischen Städten im Jahre 167 v. Chr. versklavt (Polyb. 30,15 und Liv. 45,34,5f) und im 3. Punischen Krieg kamen etwa 5000 Karthager nach Italien. Manche dieser Zahlen mögen übertrieben sein. Andererseits erwähnen die Autoren aber oft auch nur, daß es zu Versklavungen gekommen sei, ohne genaue Zahlen zu nennen. Volkmann rechnet mit etwa 250 000 Sklaven für die Jahre 200-150 v. Chr., die im Zuge von Massenversklavungen nach Rom gekommen sind. (5)

Der Sklavenhandel war sicherlich ein weitere wichtige Quelle für Sklaven, dessen Bedeutung mit der Verlangsamung der Expansion zunahm. Dieser war im Osten des Mittelmeerraumes ausgeprägter, wo die Kriege zwischen den hellenistischen Staaten oder Seeräuberei den Markt versorgten. (6) Diese Sklaven wurden auf den großen Sklavenmärkten verkauft, von denen die Insel Delos als wichtigster Ort erscheint. Hier konnten bis zu 10 000 Sklaven täglich verkauft werden, wie uns Strabo berichtet (14,5,2).

Hinzu kommen noch die in die Sklaverei hineingeborenen Kinder von Sklaven. In der älteren Forschung wurde die natürliche Reproduktion noch als nebensächlich betrachtet, während sie in neuerer Forschung als durchaus bedeutend angesehen wird. (7) Eine untergeordnete Rolle dürften andere Phänomene wie die Versklavung von ausgesetzten Kindern o.ä. gespielt haben. (8)

Die erwähnten Zahlen allein sagen allerdings wenig aus. Sie müssen in Relation gesetzt werden. Alföldy geht für das 3. Jh. v. Chr. von ungefähr 270 000 erwachsenen Römern, etwa 3 000 000 freien Bewohner der Halbinsel und circa 2 000 000 Sklaven aus. (9) Es muß aber bedacht werden, daß z. B. in der Schlacht von Cannae etwa 70 000 Soldaten den Tod fanden. Für den gesamten 2. Punischen Krieg muß man mit dem Tod von etwa 50 000 römischen Bürgern rechnen. In solchen Jahren, als also ein großer Teil der freien Bevölkerung den Tod fand und gleichzeitig große Sklavenmassen nach Italien strömten, verschob sich das Verhältnis sehr zu Ungunsten der Freien. Als weiteres Beispiel mag die Stadt Rom dienen: die etwa 250 000 Sklaven, die während der späten Republik in Rom lebten, machten etwa 1/3 bis ¼ der Einwohner aus. (10) Wobei wiederum ein großer Teil der Einwohner aus Freigelassenen, also ehemaligen Sklaven bestand.

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3. Einsatzgebiete der Sklaven

3.1. Sklaven im Bergbau

Obwohl uns relativ wenige Quellen zum Einsatz von Sklaven in Bergwerken zur Verfügung stehen, können wir von einer großen Zahl von Bergwerkssklaven ausgehen. So wurden laut Polybios (in Strabo 3:2,10/ 34: 9,8f) in den Silberminen von Neu-Karthago in Spanien 40 000 Männer beschäftigt, von denen wir bei Diodor erfahren, daß sie Sklaven waren (V, 36, 4). Über die Arbeitsbedingungen dieser Sklaven informiert er etwas später:

Die mit Arbeit in Bergwerken beschäftigten Sklaven liefern ihrem Herrn unglaublich hohe Einkünfte, sie selbst aber, die in den Gruben unter der Erde ihre Körper Tag und Nacht aufreiben müssen, sterben in großer Zahl unter dem außerordentlich harten Einsatz; denn ihnen wird bei ihrer Tätigkeit keine Erholung oder Pause gewährt, sie müssen vielmehr unter den Schlägen ihrer Aufseher, die sie zwingen, ihre fürchterliche Lage zu ertragen, auf solch elende Weise ihr Leben opfern, wobei freilich einige dank ihrer Körperkräfte und Seelenstärke imstande sind, derartige Strapazen über einen langen Zeitraum hin auszuhalten. Der Tod ist ihnen jedenfalls wegen der Größe ihrer Leiden ersehnenswerter als das Leben. (Diodor, V, 38, 1)

Sie hatten zweifellos das härteste Los aller Sklaven und wurden regelrecht verschliessen. Ausfälle wurden durch immer neue Sklaven ersetzt. Wenn uns auch nur für die Silberminen in Spanien Quellen vorliegen, so können wir dennoch vom Einsatz von Sklaven unter ähnlichen Bedingungen im gesamten imperium ausgehen.

3.2. Sklaven in der Landwirtschaft

In der Frühzeit der Republik gab es ein Nebeneinander von Grundbesitzaristokratie und zahlenmäßig weit überlegenem Kleinbauerntum. Diese Kleinbauern trieben meist unabhängig vom Markt eine reine Subsistenzwirtschaft und besaßen ein bis zwei Sklaven, die Bestandteil der familia waren. (11) Gelegentlich verdingten sich diese Bauern als Tagelöhner auf den Gütern der Großgrundbesitzer.

Diese Bauern bildeten das Rückrat des römischen Heeres. In den Expansionskriegen Roms mußten sie oft jahrelang Kriegsdienst leisten und konnten so ihre Felder nicht bestellen. Zurückgekehrt mußten sie meistens Schulden aufnehmen, die sie aber häufig nicht zurückbezahlen konnten. Die Bauern verarmten und mußten ihr Land aufgeben. Große Teile der Bevölkerung starben in den Kriegen, kamen schwer verletzt aus ihnen zurück oder erkrankten infolge von ihnen. So muß man mit dem Verlust von etwa 50 000 römischen Bürgern im 2. Punischen Krieg rechnen. (12) In den anderen Kriegen Roms kann man von vergleichbaren Zahlen ausgehen. Während also das Kleinbauerntum die Hauptlast der Verluste in den Kriegen trug, floß die Beute aus den Kriegen an die ohnehin wohlhabende Führungsschicht in Rom. (13) Diese investierte ihr Vermögen in Land, da sie seit der lex Claudia von 218 von anderen Geschäften als der Landwirtschaft ausgeschlossen waren. Außerdem okkupierten sie große Teile der eroberten Gebiete, ohne darauf zu achten, daß der Besitz von ager publicus seit den licinisch-sixtischen Gesetzen auf 500 iugera begrenzt war. Das traditionelle Kleinbauerntum wurde so in großen Teilen Italiens verdrängt. Sallust beschreibt diese Vorgänge folgendermaßen:

paucorum arbitrio belli domique agitabatur, penes eosdem, aerarium provinciae magistratus gloriae triumphique erant; populus militia atque inopia urgebatur. praedas bellicas imperatores cum paucis diripiebant; interea parentes aut parvi liberi militum, uti quisque potentiori confinis erat, sedibus pellebantur. (Bell. Iug., 41, 7f.)

Anstelle des Kleinbauerntums traten die villae, wie sie von Cato und Varro beschrieben werden. Dies bedeutete einen Strukturwandel der traditionellen Landwirtschaft. Die neue Villenwirtschaft war kapitalintensiv und rationalisiert. Grundlage war eine intensive Nutzung des Bodens und von Sklaven, die billig und in ausreichender Menge verfügbar waren. (14) Diese villae produzierten für den Markt und sollten möglichst großen Profit abwerfen. Bestes Beispiel für die neuen wirtschaftlichen Ambitionen und das Profitstreben der senatorischen Schicht ist der sonst so traditionsbewußte Cato, dessen wichtigstes Ziel im Privatleben die Vermehrung des geerbten Vermögens war (Plutarch, Cato 21,4). Dies ließ sich am besten durch eine Änderung des Anbaus und den rationalisierten Einsatz von Sklaven realisieren. So beschreibt Cato in seinem Werk jeweils einen oletum und einen vinea, welche er sparsam mit Sklaven ausrüstet.

Quo modo oletum agri iugera CCXL instruerer oporteat. Vilicum, vilica, operarios quinque, bubulcos III, asinarium I, subulcum I, opilionem I; summa h. XIII. (De agr.,10, 1)

Quo modo viniae iug. C instituere oporteat. Vilicum, vilica, operarios X, bubulcum I, asinarium I, salictarium I, subulcum: summa homines XVI. (De agr. 11,1)

An diesen Textstellen zeigt sich, daß die Arbeit auf den relativ großen Gütern von nur wenigen durchgeführt werden mußte und daß die Arbeit immer spezialisierter wurde. Auch bei Columella zeigt sich eine starke Spezialisierung der Arbeiter (Agr. 9,1ff.).

Damit sich der Kauf von Sklaven rentierte, mußten sie ständig eingesetzt werden. So empfiehlt Cato, ihnen bei schlechtem Wetter Reinigungs- und Reparaturarbeiten zu geben (De agr. 2,3; 23,1;39,1) und sie auch an Feiertagen die Arbeiten verrichten zu lassen, die nicht ausdrücklich verboten waren (De agr. 2,4). Auch bei der Nahrungszuteilung zeigt sich Cato einzig am Profit interessiert. Die Mengen, die er empfiehlt, (De Agr. 56-59) reichen jeweils zur Herstellung der Arbeitskraft, sind aber nicht allzu groß. (15) Kranken Sklaven wird die Zuteilung gekürzt. (De Agr. 2,4)

Der Kauf eines Sklaven rentierte sich meist nach zwei, spätestens aber nach vier Jahren, wenn man ihn ständig einsetzte. (16) Deswegen auch die sparsame Ausstattung der Güter mit Sklaven bei Cato. Die Arbeitsspitzen wie z. B. Weinlesen konnten aber nicht allein mit Sklaven bewältigt werden. Hier mußten daneben Tagelöhner angestellt werden. (Varro, r.r. I, 17, 2) Die Sklavenarbeit konnte demnach nie vollständig die freie Lohnarbeit ersetzen. (17)

Neben der Landwirtschaft wurden auch in der Viehhaltung verstärkt Sklaven eingesetzt. Die Viehhaltung stellte sich zunehmend als profitabel heraus, da die Nachfrage nach Fleisch stetig stieg. Und je größer die Zahl der Herden wurde, desto mehr stieg auch die Zahl der Sklaven, die für sie verantwortlich waren. Im Gegensatz zur Landwirtschaft verdrängten hier die Sklaven die freie Lohnarbeit fast vollständig. (18)

Die Villenwirtschaft war demnach die vorherrschende Form der Landwirtschaft im 2. und 1. Jh. v. Chr. Ermöglicht wurde dies durch einen intensiven Kapitaleinsatz und die in ausreichender Menge zur Verfügung stehenden Sklaven. Doch konnte sie nie vollständig das Kleinbauerntum ablösen. Die Latifundien, größere landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 500 iugera, die wir normalerweise mit Sklaven in Verbindung bringen, entwickelten sich erst später. Erst zur Zeit Ciceros sind sie vorhanden und hatten ihre Blütezeit in der Kaiserzeit. (19) Sie entstanden meistens, indem mehrere benachbarte villae in die Hand eines Eigentümers fielen. (20) Am Ende der Republik stellte sich die Sklavenarbeit auf diesen großen Gütern jedoch zunehmend als unökonomisch heraus und wurde durch das Kolonat, das Kleinpächtertum, ersetzt. Doch auch diese setzten noch, wenn auch in kleinerem Maße, Sklaven ein. (21)

3.3. Sklaven im Handwerk

Wie in der Landwirtschaft kam es auch im Handwerk zu einer Spezialisierung der Arbeit. Aus dem Osten, vornehmlich aus den hellenistischen Staaten wurden qualifizierte Handwerkssklaven eingeführt. Sie brachten neue Impulse nach Rom, indem sie neue Stile, Arbeitsmethoden, Materialien u. ä. mitbrachten. (22) Auch hier in der gewerblichen Produktion zeigte sich das sich allmählich durchsetzende Profitstreben. Teilweise schon in Manufakturen beschäftigt, konnten sie billiger als die normalen Handwerker produzieren. Allerdings war der Vorsprung gegenüber dem normalen Handwerk nicht so groß, als daß ein starker Verdrängungsprozeß hätte eintreten können.

Oft wurden auch Sklaven angeschafft, um sie dann zu vermieten. Dies stellte sich zunehmend als rentabel heraus, sowohl für den Mieter, der sich nicht für spezielle Arbeiten einen Sklaven halten mußte, als auch für den Vermieter, der seinen Sklaven auslasten konnte.

Die Sklaven wurden aber nicht nur in Manufakturen beschäftigt oder vermietet. Teilweise traten sie als selbständige Unternehmer auf, wie wir aus den Komödien des Plautus erfahren. Sie genossen gewisse Freiheiten und konnten selbst wieder eigene Hilfskräfte (vicarii) beschäftigen. Sie waren verpflichtet, ihrem Besitzer einen Teil ihres Lohnes oder eine bestimmte Summe abzugeben, arbeiteten aber auf eigene Rechnung. Ebenso ist es denkbar, daß sie zwar nicht de iure, aber de facto Besitzer ihrer Werkstätten waren. So entwickelte sich eine Schicht von unfreien Unternehmern, die nicht selten einen gewissen Wohlstand erreichte.

Mit der Verfeinerung des Handwerks nahm auch die Bedeutung dieser Handwerkssklaven seit dem 2. Jh. v. Chr. zu. Besonders in den neuen Handwerkszweigen setzten sie sich durch, während in den traditionellen Bereichen weiterhin die Freien dominierten. Durch Gewinnbeteiligung und damit auch Hoffnung auf Wohlstand und Freiheit, wurde diesen Fachkräften ein Anreiz geboten, ihr Können einzusetzen und Initiative und Fleiß zu entwickeln. Dazu mußte ihnen aber auch größere Selbständigkeit eingeräumt werden. Dies unterschied sie von den Landarbeitssklaven.

3.4. Sklaven im Haushalt

Auch im Haushalt fanden Sklaven Verwendung. Sie wurden je nach Qualifikation in allen Bereichen des Hauhaltes beschäftigt: als Diener, Pförtner, Koch, Bäcker, Kellermeister, Musiker etc. (23) Vornehmlich aus den hellenistischen Staaten kamen gebildete Sklaven. Diese „Geistesarbeiter" konnten als Bibliothekare, Stenographen, Sekretäre, Lehrer o.ä. arbeiten und nahmen oft eine Vertrauensstellung bei ihren Besitzern ein. (24) Eine ebenso vertraute Stelle nahmen Sklaven ein, die als Boten wichtige persönliche oder politische Nachrichten, Geld und andere Wertobjekte überbrachten. (Cicero, Ad Atticum 15,13,4; 3,7,1 u. a.) Nicht selten sollten weibliche Sklaven die sexuellen Begierden ihrer Besitzer befriedigen. (25)

Sklaven im Haushalt galten zunehmend als Luxusgut und Statussymbol. Wer etwas auf sich hielt und sein Vermögen zur Schau stellen wollte, kaufte Sklaven. Je mehr man seinen Status unterstreichen wollte, desto größer war die Zahl der Sklaven und desto ausgefallener waren ihre Beschäftigungen. Ein guter Haushalt besaß mindestens zehn Sklaven, doch war die Regel eine weitaus höhere Zahl, oft bis zu 200. (26) Die Anzahl reiner Luxussklaven nahm mit dem Vermögen des Besitzers zu.

Einige dieser Sklaven nahmen eine Position im Haushalt ein, die sich kaum noch von der freier Diener unterschied. Das Vertrauen zahlte sich in Form von Freiheiten und Vergünstigungen aus und einige Sklaven dürften eine einflußreichere Stellung eingenommen haben als so mancher Freie.

3.5. Sklaven im Staatsdienst

Auch der Staat konnte als Besitzer von Sklaven auftreten. Diese servi publici wurden zum einen im sakralen Bereich eingesetzt, wo sie untergeordnete Hilfsdienste bei sakralen Handlungen ausführten, Tempel pflegten und bewachten oder Verwaltungsaufgaben eines Kultes übernahmen. (27) Zum anderen wirkten sie in der Staatsverwaltung mit. Besonders als persönliche Diener und Helfer von Magistraten traten sie häufig in Erscheinung und wurden in der Verwaltung unabdingbar. Auch auf dem Gebiet der staatlichen Dienstleistungen und Versorgung wurden sie eingesetzt. (28)

Nur in Krisenzeiten ging der Staat dazu über, seine Sklaven zu bewaffnen, was normalerweise vermieden wurde. (29) Erstmals geschah dies nach der Schlacht von Cannae, als man 8000 Sklaven auf freiwilliger Basis rekrutierte und bewaffnete. (Livius, XXII 57,11) Als Soldaten erhielten die Sklaven meist den Status eines Freigelassenen. (30)

Obwohl servi publici immer mehr an Bedeutung gewannen je weiter sich die Staatsverwaltung entwickelte, übernahmen sie nie eigenständige Amtshandlungen oder kultische Tätigkeiten, sondern traten immer nur als Helfer einer übergeordneten Person auf oder führten Routinearbeiten aus. (31)

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4. Ökonomische Bedeutung

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung Roms seit dem 4. Jh. v. Chr. nahm auch die Bedeutung der Sklaverei zu. (32) Die Landwirtschaft in großen Teilen Italiens lag infolge der ständigen Expansionskriege brach. Zum einen mußten die Bauern Kriegsdienst leisten und konnten so über Jahre hinweg ihre Felder nicht bestellen, zum anderen kehrten viele aus diesen Kriegen überhaupt nicht mehr zurück. Weite Landstriche waren entvölkert und besonders nach den hannibalischen Kriegen verwüstet. So war Landwirtschaft in vielen Gebieten nur mit Hilfe von Sklaven möglich. (33) Somit kam es zu einem Wandel in der Landwirtschaft. Eine neue Form entstand: die villae, gekennzeichnet durch Rationalisierung, Spezialisierung und Intensivierung der Arbeit und durch Änderungen im Anbau (z. B. vinea und oletum). (34) Diese Form der Landwirtschaft war aber mit hohen Investitionskosten (z. B. die Kosten für Ölpressen) verbunden und nur mit dem Einsatz von Sklaven möglich. (35) Beides konnten sich die noch produzierenden oder aus den Kriegen zurückkehrenden Kleinbauern nicht leisten, obwohl sie sich oft verschuldeten. Reichte ihr Boden von 8-10 iugera vorher gerade aus, um sich selbst zu ernähren und ein wenig für den Markt zu produzieren, so wurde nun die Konkurrenz zu groß und viele gaben ihre Parzellen auf und verkauften an die größeren Nachbarn. (36) Die Sklaven stellten sich mehr und mehr als einer der entscheidenden Produktionsfaktoren heraus, weil man mit ihnen billig und mit anderen Methoden produzieren konnte. Und oft brachten die Sklaven die neuen Anbaumethoden aus ihrer Heimat mit.

Ebenso verhielt es sich im Handwerk. Auch hier gaben sie neue Impulse, indem sie neue Arbeitsmethoden, Materialien u. ä. einführten, was die Qualität der Arbeiten merklich steigen ließ. (37) Oft stand auf einer Keramik der Name des Sklaven und bezeichnenderweise nicht der seines Besitzer. Er galt als Qualitätsmerkmal. (38) Damit beeinflußten Sklaven die industrielle und technische Entwicklung in Italien enorm. (39)

Und nicht zuletzt prägten sie in Kunst und Literatur neue Stile, die nur zu gerne von den Römern konsumiert wurden und brachten neue wissenschaftliche Ideen nach Rom, welche mit wachsendem Interesse adaptiert wurden. (40)

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5. Rechtlicher Status der Sklaven

Sklaven hatten in Rom den rechtlichen Status einer Sache. Cato zählte die Sklaven ebenso zum Mobiliar eines Gutes wie das Vieh oder die Geräte. (De agr, 10, 1ff.) Die gleiche Auffassung vertrat Varro etwa ein Jahrhundert später:

Nunc dicam, agri quibus rebus colantur. Quas res alii dividunt in duas partes, in homines et adminicula hominum, sine quibus rebus colere non possunt, alii in tres partes, instrumenti genus vocale et semivocale et mutum - vocale, in quo sunt servi, semivocale, in quo sunt boves, mutum, in quo sunt plaustra. (r.r. I, 17, 1)

Somit war der Sklave Eigentum seines Herrn, der allein Gewalt über Leben und Tod hatte. (41) Er wurde als res betrachtet, konnte also ge- und verkauft werden. (42) Er war rechtsunfähig, besaß keinerlei bürgerliche oder politische Rechte. Er konnte kein Eigentum besitzen, keine Geschäfte tätigen. Ebensowenig durfte er familiäre Beziehungen eingehen. Er war also ganz vom Wohlwollen seines Eigentümers abhängig. Diese gestanden ihnen meistens Vergünstigungen zu. Dazu gehörten eheähnliche Beziehungen. (43) Cato zählt nicht nur einen vilicus, sondern immer auch eine vilica auf. (De Agr. 10,1;11,1) Und Varro empfiehlt, jedem Arbeiter eine Sklavin als Lebensgefährtin zu geben. Dies geschah nicht nur zur Zeugung von Nachkommen, sondern auch als Arbeitsanreiz und Bindung an das Gut. (r.r. I, 17, 5) Der Status von Kindern richtete sich nach dem Status der Mutter. Das Kind, das eine Sklavin gebar, fiel dem Herrn der Mutter zu und stand zu seinem Vater in keiner Rechtsbeziehung. (44)

Außerdem gestanden die meisten Besitzer ihren Sklaven ein Eigentum zu, peculium genannt, obwohl sie offiziell vermögensunfähig waren. Dies sollte ebenso als Ansporn dienen wie die Aussicht auf Freilassung. Besonders die Handwerker in der Stadt besaßen größere Freiheiten und führten nicht selten ihre Betriebe selbständig. So verwischten sich die Unterschiede zwischen freien und unfreien Handwerkern. (45)

In religiöser Hinsicht besaßen auch Sklaven gewisse Rechte, die allerdings sehr beschränkt waren. Wenn Cato seine Sklaven an Feiertagen die Arbeiten ausführen läßt, die ihnen nicht ausdrücklich verboten sind (De Agr. 2,4.), so deutet das darauf hin, daß das Verbot mancher Tätigkeiten an Feiertagen auch für die Sklaven galt. Ihre Friedhöfe galten als sakraler Bereich und in Tempeln konnten sie Zuflucht suchen. (46)

Wie schon oben angedeutet, bestand die Möglichkeit der Freilassung bzw. des Freikaufs (manumissio). Zum Freikauf konnte das peculium verwendet werden. Doch auch viele Besitzer ließen ihre Sklaven entweder als Belohnung für treue Dienste oder aus ökonomischen Gründen frei. Nach der Freilassung mußten sie nicht mehr für die Sklaven aufkommen. Andererseits blieben die Sklaven in Abhängigkeit zu ihrem ehemaligen Herrn, wurden in seine gens aufgenommen und mußten nicht selten immer noch einen Teil ihrer Einnahmen abliefern. (47)

Die manumissio war mit einer Steuer verbunden, brachte aber das volle römische Bürgerrecht. (48) Von ihr wurde rege gebraucht gemacht, wie einige Regelungen zeigen. Seit 168 v. Chr. wurden die Freigelassenen nur noch in eine tribus aufgenommen, davor in die jeweilige tribus ihres Herrn. Ein weiteres Gesetz aus dem Jahr 2 v. Chr. beschränkte die Zahl der Sklaven, die im Testament freigelassen werden konnten. (49)

Doch war die Freilassung vornehmlich bei den städtischen Sklaven üblich. Die überwiegende Zahl der Landsklaven erhielt keine Freilassung und hatte keine reale Chance, ihr Los zu verbessern.

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6. Die soziale Stellung der Sklaven

In der Frühzeit der Republik waren die Sklaven in den Familienverband eingegliedert und wurden kaum schlechter behandelt als freie Lohnarbeiter. Dies wandelte sich im Laufe der Zeit. Durch die zahlreichen Kriege kamen viele Sklaven nach Italien und die „Ware Mensch" wurde billiger. Das zunehmende Profitdenken führte dazu, die Sklaven brutal auszubeuten, da sie in großer Zahl verfügbar waren und leicht ersetzt werden konnten. Wenn sich auch gegen Ende der Republik der Gedanke durchsetzte, daß der Sklave ein wirtschaftliches Gut sei, so war die Behandlung der Sklaven in der späten Republik schlechter als zuvor oder danach in der Geschichte Roms. (50) Sie waren eine durch Ausbeutung, Verachtung, Recht- und Machtlosigkeit deutlich vom Rest der Gesellschaft getrennte Schicht.

Allerdings war diese Schicht in sich äußerst inhomogen. Zum einen waren sie unterschiedlicher ethnischer Herkunft und stammten aus allen Bereichen des Imperiums und darüber hinaus. Zum anderen gab es eine deutliche Hierarchie in verschiedenen Ebenen. (51) Die servi publici sahen sich selbst als oberste Schicht der Sklaven an. (52) Die städtischen Sklaven besaßen in der Regel einen günstigere soziale Stellung als die ländlichen Sklaven, diese wiederum eine bessere als die Sklaven in den Bergwerken. (53) Die Verbannung aus dem städtischen Haushalt auf das Landgut des Besitzers galt schon als schlimme Strafe.

Innerhalb eines Haushaltes zeigte sich wiederum eine Hierarchie. Die Geistesarbeiter unter den Sklaven hatten einen höheren sozialen Status als die einfachen Arbeitssklaven. Der Sekretär stand sicherlich nicht nur bei seinem Herrn, sondern auch bei den anderen Sklaven in höherem Ansehen als z. B. der Pförtner. Auch bei den landwirtschaftlichen Sklaven gab es eine Hierarchie, abhängig von der ausgeführten Tätigkeit. Sie reichte vom vilicus eines Gutes über die spezialisierten Arbeitskräfte bis zum einfachen Landarbeiter.

Dadurch unterschied sich auch ihre Behandlung. Cato gesteht ihnen unterschiedliche Rationen an Nahrung zu (De Agr. 56) Obwohl es sicherlich die gleichen Formen von Bestrafung auf dem Land und in der Stadt gab, war doch ihre Anwendung unterschiedlich. Bei Cato führen manche Sklaven ihre Arbeit in Ketten aus (De Agr. 57) und er ließ sie auch auspeitschen (Plutarch, Cato, 21,2ff.). Weiterhin scheint die Einzelhaft im ergastulum üblich gewesen zu sein. (54) Schlimmste Formen der Bestrafung waren die Folterung und die Todesstrafe, meist in Form der Kreuzigung. (55)

Letztendlich hing die Behandlung von Sklaven von ihrem Besitzer ab, dem sie absolut ausgeliefert waren und der sie nach eigenem Gutdünken behandeln und einsetzen konnte. Doch hier zeigten sich von Besitzer zu Besitzer Unterschiede. Cato hielt seine Sklaven in strenger Zucht, setzte harte Bestrafungen ein (s.o.). Er kürzte erkrankten Sklaven die Lebensmittelzuteilung (De Agr. 2,4) und schrieb seinem vilicus genau vor, was er zu tun habe (De Agr. 2, 1ff.; 5,1ff.). Varro dagegen bespricht die Arbeiten mit seinem vilicus und „erweist ihnen damit Ehre" (r.r. I, 17 ,6 ). Er will die Motivation der Sklaven mit Vergünstigungen verbessern, indem er ihnen eigenes Vieh und Lebensgefährtinnen zugesteht und sie großzügiger mit Nahrung, Kleidung und Arbeitsnachlässen bedenkt. Außerdem zieht er den Schlägen Worte vor, wenn sich damit das gleiche Ergebnis erreichen läßt. (r.r. I, 17, 5-7)

Die oft brutale Behandlung und die hemmungslose Ausbeutung mußten zwangsläufig zu Haß und Widerstand der Sklaven und zu Konflikten führen, in denen sich Sklaven und Herren gegenüberstanden.

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7. Formen von Widerstand und Sklavenaufstände

Viele Sklaven wollten sich mit ihrem Schicksal nicht zufrieden geben, zumal sie vorher oft selbstbewußte freie Bürger gewesen waren. Und so ist es nicht verwunderlich, daß viele die Flucht versuchten. Cicero berichtet in mehreren Briefen von der Flucht von Sklaven (Cicero, ad Atticum 5,15,3; 6,1,13; ad Quintum fratrem 1,2,14; ad familiares 5,9,2) und auch Cato erwähnt sie beiläufig (De Agr. 2,2). Oft reichte es, wenn sich die Sklaven in ein Heiligtum flüchteten, wo sie mit ihrem Herrn bessere Konditionen aushandeln konnten, bevor sie zurückkehrten (Diodor, XI, 89, 6). Zumindest die Sklaven in erster Generation hatten dabei noch das Ziel, die Freiheit zu erlangen und in ihre Heimat zurückzukehren, während es bei den anderen „nur" darum ging, der brutalen Behandlung und harten Bedingungen zu entkommen. (56) Wo die Sklaven eine Flucht nicht wagten, griffen sie zu Mitteln der Sabotage oder Unproduktivität, um ihren Herren zu schaden.

Zu offenen Revolten der Sklaven gegen ihre Herren kam es, zumindest vor dem 2. Jh. v. Chr., nur sporadisch. (57) Nach dem 2. Punischen Krieg kam es aber zu einer Häufung von Erhebungen größerer Ausdehnung, die den Einsatz militärischer Kräfte durch die Prätoren erforderten. (58) Exemplarisch werden hier die vier wichtigsten Aufstände dargestellt. Dabei ist es nicht verwunderlich, daß sich zwei von ihnen auf Sizilien abspielten. Hier war es zu einer noch größeren Konzentration von Sklaven als in Italien gekommen und die Behandlung war besonders brutal, wie uns Diodor überliefert:

Da die Sizilier (nach der Niederwerfung Karthagos) ihre Lebenshaltung sehr gesteigert und gewaltige Reichtümer angehäuft hatten, kauften sie eine Menge von Sklaven zusammen. Herdenweise trieben sie sie aus den Sklavenzuchtanstalten weg und drückten ihnen sogleich Kennzeichen und Brandmale auf ihre Körper. Die jüngeren von ihnen verwendeten sie als Hirten, die andern so, wie jeder gerade zu gebrauchen war. Sie nutzten sie zu schweren Diensten aus und ließen ihnen, was Nahrung und Kleidung angeht, nur geringe Fürsorge angedeihen. So gewöhnten sich die meisten von den Sklaven daran, sich ihren Lebensunterhalt durch Raub zu verschaffen, und das ganze Land war erfüllt von Mord, da die Straßenräuber sich wie Heere verbreitet hatten. (34/5, 2ff) (59)

Der erste Sklavenkrieg fand 135-132 v. Chr. auf Sizilien statt. (60) Er ging von bewaffneten Hirten, die sich zu Räuberbanden zusammengeschlossen hatten, aus. (61) Diese eroberten die Stadt Enna und riefen ihren Führer Eunus, einen Wahrsager und Wundertäter, zum König aus. Gleichzeitig erhoben sich im Süden Siziliens weitere Sklaven unter Führung des Kilikers Kleon, die sich kurze Zeit später der ersten Gruppe anschlossen. Der Aufstand konnte erst nach längerer Zeit und mehreren Fehlschlägen militärisch beendet werden. (62) Zur selben Zeit kam es zu weiteren, wenn auch geringeren Erhebungen im gesamten imperium. (63)

In Kleinasien entflammte fast zur selben Zeit ein weiterer Aufstand, als Aristonokos, ein illegitimer Sohn des letzten Königs von Pergamon, die Herrschaft beanspruchte, die testamentarisch Rom überlassen worden war. Er mobilisierte arme Bauern und Sklaven und konnte erst nach einem blutigen Krieg (133-129 v. Chr.) besiegt werden. (64)

Zum zweiten sizilianischen Sklavenkrieg kam es 104 v. Chr. Nach einem Beschluß des römischen Senats sollten alle Sklaven freigesetzt werden, die unrechtmäßig geraubt und in die Sklaverei verkauft worden waren. Der auf Sizilien damit betraute Prätor verhinderte auf Druck der Sklavenhalter diesen Beschluß. Enttäuscht erhoben sich die Sklaven gleichzeitig auf ganz Sizilien. Es bedurfte wiederum eines schweren Krieges bis die Römer die Lage auf Sizilien 101 v. Chr. wieder unter Kontrolle brachten. Erschwerend kam noch hinzu, daß auch in Süditalien zur selben Zeit kleinere Aufstände ausgebrochen waren. (65)

Zum größten Sklavenkrieg der Geschichte Roms sollte der Aufstand unter dem Thraker Spartacus werden. Dieser war mit Gleichgesinnten aus einer Gladiatorenschule nahe Capua ausgebrochen und innerhalb kurzer Zeit strömten ihm angeblich 120 000 Sklaven zu. (66) Auch dieser Krieg konnte erst nach einem blutigen Krieg und mehreren Niederlagen mit Hilfe eines Großaufgebots militärischer Schlagkraft beendet werden. Zuletzt führte M. Licinius Crassus 8 Legionen gegen die aufständischen Sklaven. (67)

Einige Merkmale sind charakteristisch für alle diese Aufstände. Sie gingen immer von einer kleinen Gruppe aus. Auf Sizilien waren es immer die Hirten, die einen Aufstand begannen. Sie wurden besonders schlecht behandelt, genossen aber gewisse Freiheiten und waren bewaffnet. Doch erfaßten die Aufstände schnell weitere Sklaven. Die Kunde von Revolten breitete sich schnell aus, schließlich beruhte das Nachrichtenwesen auf Sklaven. (68) Allerdings konnten diese Bewegungen meist nicht alle Sklaven erfassen. Die Situation der städtischen Sklaven war nicht so schlecht und so zogen sie es vor, ihre Freilassung auf legale Weise zu erlangen. Die Interessen und Ziele der einzelnen Sklavengruppen waren zu unterschiedlich als daß sich eine gemeinsame revolutionäre Idee hätte entwickeln können. (69) So reichten die politischen Ziele von der Errichtung eines eigenen Staates bis zur Rückführung der Sklaven in ihre ehemalige Heimat. Eines wollten sie aber nie: die Abschaffung der Sklaverei. (70)

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8. Lösungsversuche der Sklavenfrage

Die Probleme, die die Sklaverei aufwarf, hätten einerseits durch die Verbesserung der Lage der Sklaven oder durch deren Freilassung erreicht werden können. Wie oben erwähnt war die Situation der Sklaven in der späten Republik so schlecht wie nie zuvor in der römischen Geschichte. Dabei kann man zwar eine Verbesserung der Behandlung von Cato zu Varro feststellen, die sich vermutlich nicht nur auf die Landwirtschafssklaven bezog, sondern auf alle Sklaven übertragen läßt. Diese wurde aber vornehmlich von ökonomischen Aspekten bedingt. (71) Ebenso verhielt es sich mit der Freilassung von Sklaven. Es lohnte sich oft, einen Sklaven freizulassen, da dieser sich i.d.R. freikaufen mußte und immer noch in Abhängigkeit zu seinem ehemaligen Herrn blieb. (72) Dies zahlte sich in zweierlei Hinsicht aus: zum einen war er weiterhin zu Abgaben verpflichtet, zum anderen gehörte er zur Klientel seines Herrn, was diesem politisch nützen konnte. (73) Diesem Zweck diente z. B. die Freilassung der Sklaven von Proskribierten durch Sulla, die allesamt als Cornelii bezeichnet wurden und damit in ein spezifisches Klientelverhältnis zu ihrem Befreier gebracht wurden. (74)

Von staatlicher Seite wurde nichts unternommen, um die Lage der Sklaven zu verbessern. Im Gegenteil, die Freilassung wurde immer stärker reglementiert und mit einer Steuer belegt. Viele Reformversuche betrafen die Sklaven indirekt, wurden aber nie um derentwillen unternommen. Letztendlich wurde die Sklaverei auf dem Lande nur deshalb eingeschränkt, weil sich die Wirtschaftsform der Latifundien und das freie Kolonat als wirtschaftlicher erwiesen. (75)

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9. Zusammenfassung und Schlußbemerkungen

Die Krise der römischen Republik manifestierte sich in vielen verschiedenen Phänomenen. (76) Was die Krise aber letztendlich zur Krise machte, war die Häufung dieser Phänomene, die oft schon vorher, aber eben nur vereinzelt, aufgetreten waren, so daß man nicht mehr von Phänomenen, sondern von Elementen der Krise sprechen muß. Neben den Agrarproblemen, der Häufung von Gewaltanwendung in der Innen- und Außenpolitik, der Instrumentalisierung der Außenpolitik u.v.a.m. muß sicherlich die Sklaverei als eines dieser Elemente genannt werden. Allerdings ist es unmöglich, dieses Element isoliert zu betrachten. Es ist in ein komplexes Gebilde von Zusammenhängen eingebettet, die direkt oder indirekt Auswirkungen auf die römische Republik und ihre Bürger einerseits, auf die Sklaverei andererseits hatten. Ebenso vielschichtig ist der Begriff der Sklaverei. Dahinter verbirgt sich eine Vielzahl verschiedener Formen. Dies fängt damit an, daß die Herkunft der Sklaven vielfältig war. Auch die soziale Position und ihre Behandlung unterschied sich von Sklave zu Sklave. Diese war oft abhängig von den Aufgaben und Arbeiten, die ein Sklave übernehmen mußte. Deswegen ist es auch relativ problematisch, Sklaven als Schicht zu sehen. Einzig ihre rechtliche bzw. ihre fast rechtlose Situation zeichnete sie als Schicht aus. Obwohl also die Behandlung individuell vom Besitzer abhing, kann man generell sagen, daß die Behandlung der Sklaven am Ende der Republik so schlecht war wie weder früher noch später in der Geschichte Roms. Sicherlich ist die brutale Behandlung im Zusammenhang mit der zunehmenden Gewalt am Ende der Republik zu sehen, welche ja eines der Elemente der Krise war.

Die vielen Kriege, die Rom in seiner Expansionsphase führte, brachten viele Erscheinungen mit sich, die mit der Sklaverei indirekt oder direkt in Verbindung standen. Die direkteste Folge der Kriege waren sicherlich die Sklavenmassen, die nach Italien gebracht wurden und billig zur Verfügung standen. Dennoch ist es übertrieben und würde den historischen Tatsachen nicht gerecht werden, den Grund für die Expansionskriege allein im Bedarf an Sklaven sehen zu wollen, wie dies einige Autoren getan haben. Die Bereitstellung von Sklaven durch die Kriege war für die römische Wirtschaft ein durchaus positives Faktum. Denn dadurch konnten die fehlenden Arbeitskräfte ersetzt werden, die sich als Soldaten betätigen mußten, da das römische Heer sich aus den römischen Bürgern rekrutierte. Erst als diese Bauern aus dem Krieg zurückkehrten, teilweise verwundet oder erkrankt waren und ihre Felder brachliegend vorfanden, ergab sich das Problem, daß sie nun nicht mehr mit den Großgrundbesitzern konkurrieren konnten. In ihrer Not nahmen sie Schulden auf, die sie nicht mehr zurückzahlen konnten, weshalb sie zusehends verarmten. Häufig mußten sie ihr Land aufgeben und zogen nach Rom, wo sie auf fremde Unterstützung, meist in Form von Getreidespenden, angewiesen waren. So wurden sie für die politische Manipulationen ihrer Wohltäter empfänglich, welche dies auch mit allen bekannten Folgen für die römische Innenpolitik ausnutzten. Diese Politik finanzieren konnten die meist aus der senatorischen Schicht stammenden Politiker nur, indem sie zum einen Schulden aufnahmen, zum anderen größten Profit aus ihren landwirtschaftlichen Gütern zogen, da ihnen seit lex Claudia von 218 eine andere Betätigung verboten war.

Doch mit den Kriegen kamen nicht nur Sklaven nach Italien, sondern auch große Mengen an Kapital, welches allerdings wiederum nur den Oberschichten zugute kam. Dies hatte zweierlei Auswirkungen. Zum einen stieg die Nachfrage nach „Luxusgütern", d. h. besserem Wein, Obst, Geflügel, Gemüse etc., was eine Spezialisierung der Landwirtschaft voraussetzte, zum anderen war das Kapital gegeben, um die Landwirtschaft zu spezialisieren. Land gab es genügend, einerseits durch den Aufkauf von verlassenen Gütern, andererseits durch die unrechtmäßige Okkupation von ager publicus. Zwangsläufig mußte die Landwirtschaftsform der villa entstehen. Zu den schon angeführten Gründen kamen neue technische Entwicklungen wie eine verbesserte Ölpresse (77) und die Zufuhr von vornehmend spezialisierteren Sklaven hinzu, was eine bessere Organisation und Rationalisierung der Arbeit ermöglichte, welches ja eines der Kennzeichen einer villa war. Dies ging allerdings mit einer stärkeren Ausbeutung der Sklaven und zunehmender Brutalität einher. Dieser beschriebene Strukturwandel in der Landwirtschaft führte zur Agrarkrise, die zwar erst durch die Sklaverei möglich wurde, sie aber sicherlich nicht allein verursachte.

Im Handwerk gab es ähnliche Auswirkungen der Sklaverei, die aber bei weitem nicht so groß waren. Sklavenarbeit brachte einerseits wirtschaftliche und technische Impulse, andererseits erhöhte sie die Konkurrenz und setzte die freie Arbeit unter Druck. Hinzu kam noch, daß die Freilassung von Sklaven, die mit dem Erwerb des vollen Bürgerrechts verbunden war, Auswirkungen auf das Sozialgefüge haben mußte. Sie erhöhte die Zahl der sozial schwachen und politisch abhängigen Gruppen in Rom.

Ebenso verändert wurde die Denkweise und Kultur Roms. Die Einfuhr von hochgebildeten Sklaven aus dem Osten brachte eine Unzahl neuer Ideen nach Rom, die Sprache, Literatur, Gesellschaft u.v.a. beeinflußten. Die eigentlich einfache, bäuerliche Mentalität der Römer, die auf ihren Traditionen aufbaute, wurde ergänzt und ersetzt, vielleicht sogar zerstört. Auch die Sklavenaufstände dieser Zeit mußten das Selbstbewußtsein der Römer erschüttern. Zwar hatte es schon früher Revolten gegeben, doch die Ausmaße und die Häufigkeit waren neu. Die Römer unterschätzten die Gefahr zuerst, mußten aber schnell ihre Meinung revidieren und die Sklaven nicht nur als Sache, sondern als ernstzunehmende Gegner betrachten. Sicherlich ist es nicht unverständlich, daß sich die Sklavenaufstände gerade in dieser Zeit häuften. Zum einen war die Behandlung der Sklaven in dieser Zeit besonders schlecht, zum anderen befand sich Rom in außenpolitischen und in besonderem Maße in innenpolitischen Schwierigkeiten. Diese Sklavenaufstände können also durchaus als ein Symptom der Krise der Republik gesehen werden.

Die Probleme, die die Sklaverei für die Republik aufwarfen, waren sicherlich enorm. Dennoch darf man nicht übersehen, daß es noch genügend andere Ursachen für eine Krise gab. Die Sklaverei verstärkte die strukturellen Probleme, die hinter der Krise standen, war aber gleichzeitig ein entscheidender ökonomischer Faktor, den man nicht abschaffen konnte oder wollte.

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Fußnoten:

1 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 3-73.

2 vgl. Krause, Bibliographie zur antiken Sozialgeschichte, S. 342-392. Vogt/Brockmeyer, Bibliographie zur Antiken Sklaverei.

3 vgl. zur Schuldknechtschaft in der Frühzeit: Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 150-152.

4 Westermann, Slave Systems, S. 60.

5 Volkmann, Massenversklavungen, passim, bes. 228ff.

6 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 55.

7Vgl. Christ, Krise der Römischen Republik, S. 82f.

8 Staermann, Blütezeit, S. 57.

9 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 35.

10 Brockmeyer, Antike Sklaverei, spricht auf S. 164 von ¼, auf S. 159 von 1/3 Einwohner Roms.

11 Dohr, Die italischen Gutshöfe, S. 32.

12 Christ, Krise der römischen Republik, S. 69.

13 Flach, Römische Agrargeschichte, S. 37.

14 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 166f.

15 Staermann, Blütezeit, S. 94.

16 Staermann, Blütezeit, S. 92.

17 Dohr, Die italischen Gutshöfe, S. 153.

18 Westermann, Slave System, S. 69.

19 Staermann, Blütezeit, S. 24, 127.

20 Staermann, Blütezeit, S. 82.

21 Günther, Die Entstehung des Kolonats, S. 268.

22 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 163.

23 Christ, Krise und Untergang, S. 86. Eine noch umfassendere Aufzählung findet sich bei Bradley, Slavery and Society, S. 62f.

24 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 164.

25 Westermann, Slave Systems, S. 74.

26 Staermann, Blütezeit, S. 130.

27 Eder, servitus publica, S. 57f.

28 Eder, servitus publica, S. 99f.

29 Welwei, Unfreie im antiken Kriegsdienst, passim, bes. 5f.

30 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 165.

31 Eder, servitus publica, S. 121f.

32 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 159.

33 Westermann, Slave System, S. 80.

34 Christ, Krise und Untergang, S. 75.

35 Staermann, Blütezeit, S. 85.

36 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 52f.

37 Christ, Krise und Untergang, S. 85.

38 Westermann, Slave System, S. 92.

39 Westermann, Slave System, S. 80.

40 Christ, Krise und Untergang, S. 112-116. Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 162.

41 Bradley, Slavery and Society, S. 25.

42 Westermann, Slave System, S. 80.

43 Westermann, Slave Systems, S. 81.

44 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 164.

45 Christ, Krise und Untergang, S. 85.

46 Vogt, Sklaverei und Humanität, S. 37.

47 Staermann, Blütezeit, S. 146ff.

48 Staermann, Blütezeit, S. 146f.

49 Bradley, Slavery and Society, 10f.

50 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 56.

51 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 56.

52 Eder, servitus publica, S. 113.

53 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 56.

54 Westermann, Slave Systems, S. 75.

55 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 56.

56 Bradley, Slavery and Rebellion, S. 38.

57 Einen Überblick gibt hier: Bradley, Slavery and Rebellion, S. 41f.

58 Vogt, Struktur der antiken Sklavenkriege, S. 21.

59 Übersetzung nach Christ, Krise und Untergang, S. 86f.

60 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 64. Christ (Krise und Untergang, S. 88) läßt den Aufstand 136 v. Chr. beginnen, Bradley (Slavery and Rebellion , S. 59, 140f.) hält jedes der Jahre 141-135 v. Chr. für möglich.

61 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 64.

62 Bradley, Slavery and Rebellion, 60-65.

63 Vogt, Struktur der Sklavenkriege, S. 55.

64 Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 64.

65 Vogt, Struktur der antiken Sklavenkriege, S. 27f., 33ff.

66 Diese Zahl findet sich bei Appian (De bell. civile, 1, 545), ist aber mit Vorsicht zu betrachten: vgl. Kamienik, Zahlenangaben über den Spartakus Aufstand.

67 Bradley, Slavery and Rebellion, S. 93-101, Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 65.

68 Alföldy (Römische Sozialgeschichte, S. 64) bestreitet die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Sklaven und macht u. a. sie für das Nichtentstehen einer revolutionären Bewegung verantwortlich. Vogt (Struktur der antiken Sklavenkriege, S. 55-57) betont gerade die Kommunikation zwischen den Sklaven und die Ausbreitung der Aufstände auf andere Teile des Reiches. Ebenso Westermann, Slave Systems, S. 74; Christ, Krise und Untergang, S. 88.

69 Vogt, Struktur der antiken Sklavenkriege, S. 53-60.

70 Oliva, Charakteristische Züge der Sklavenaufstände, S. 245. Alföldy, Römische Sozialgeschichte, S. 66.

71 Brockmeyer, Antike Sklaverei, S. 175.

72 Bradley, Slavery and Society, S. 159ff.

73 Zu den Pflichten und Abhängigkeiten eines Freigelassenen vgl. Waldstein, Operae libertorum.

74 Christ, Krise und Untergang, S. 215.

75 Günther, Entstehung des Kolonats, S. 255-270, bes. S. 268f.

76 Zur Krise der Republik vgl. das schon oft zitierte und umfassende Werk von Christ, Krise und Untergang der römischen Republik und die Kapitel 3. (Der Strukturwandel im 2. Jh. v. Chr.) und 4. (Die Krise der Republik und die Römische Gesellschaft) in Alföldy, Römische Sozialgeschichte.

77 Staermann, Blütezeit, S. 85.

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10. Quellen und Literaturverzeichnis:

10.1. Quellen:

Appian, De bellum civile. Übersetzt von Otto Veh, Römische Geschichte II. Teil: Die Bürgerkriege, Stuttgart 1989.

Columella, Zwölf Bücher über die Landwirtschaft, 3 Bd. Lateinisch-deutsch herausgegeben und übersetzt von Will Richter. München 1981/82/83.

Diodorus of Sicily in Twelve Volumes. XII. Fragments of Books XXXIII-XL, with an Englisch Translation by Francis R. Walton, London 1967.

M. Livius, Römische Geschichte. Bücher XXI-XXIII. Lateinisch und deutsch herausgegeben von Josef Feix, Darmstadt 1991.

M. Livius, Römische Geschichte. Bücher XLII-XLIV. Lateinisch und deutsch herausgegeben von Hans Jürgen Hiller, Darmstadt 1988.

M. Livius, Römische Geschichte. Bücher XXVII-XXX. Lateinisch und deutsch herausgegeben von Hans Jürgen Hiller, Darmstadt 1997.

Plutarch, Große Griechen und Römer. Eingeleitet und übersetzt von Konrat Ziegler, Zürich 1957.

Polybios, Geschichte. Gesamtausgabe in zwei Bänden. Eingeleitet und übertragen von Hans Drexler, Zürich 1961/63.

Marcus Porcius Cato, Vom Landbau. Fragmente. Alle erhaltenen Schriften. Lateinisch-deutsch herausgegeben von Otto Schönberger, München 1980.

Sallust, Werke. Lateinisch und deutsch von Werner Eisenhut und Joseph Lindauer, München/Zürich 1985.

M. Tulli Ciceronis Epistulae, Vol. 1. Epistulae ad familiares, recognivit brevique adnotatione critica instruxit L. Purser, Oxford 1952.

M. Tulli Ciceronis Epistulae, Vol. 2. Epistulae ad Atticum, recognivit brevique adnotatione critica instruxit L. Purser, Oxford 1956.

M. Tulli Ciceronis Epistulae, Vol. 3, Epistulae ad Quintum fratrem, recognivit brevique adnotatione critica instruxit W. S. Watt, Oxford 1958.

Varro, Marcus Terentius, Gespräche über die Landwirtschaft, 2 Bd. Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Dieter Flach, Darmstadt 1991.

10.2. Literatur:

Alföldy, Römische Sozialgeschichte:

Alföldy, G., Römische Sozialgeschichte. 3., völlig überarb. Aufl., Wiesbaden 1984.

Brockmeyer, Antike Sklaverei:

Brockmeyer, N., Antike Sklaverei. 2. unveränd. Aufl., Darmstadt 1987.

Bradley, Slavery and Rebellion:

Bradley, K., Slavery and Rebellion in the Roman World, 140 B.C. –70 B. C. Indianapolis/London 1990.

Bradley, Slavery and Society:

Bradley, K. Slavery and Society at Rome, Cambridge 1994.

Christ, Krise und Untergang:

Christ, K., Krise und Untergang der römischen Republik. 3., um einen Nachtr. erw. Aufl., Darmstadt 1996.

Dohr, Die italischen Gutshöfe:

Dohr, H., Die italischen Gutshöfe nach den Schriften Catos und Varros. Diss., Köln 1965.

Eder, servitus publica:

Eder, W., servitus publica, Wiesbaden 1980.

Flach, Römische Agrargeschichte:

Flach, D., Römische Agrargeschichte, München 1990.

Günther, Entstehung des Kolonats:

Günther, R., Die Entstehung des Kolonats im 1. Jahrhundert v. u. Z. in Italien, in: Schneider, H. (Hrsg.), Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der späten römischen Republik, Darmstadt 1976, S. 254-270.

Kamienik, Zahlenangaben über den Spartakus Aufstand:

Kamienik, R., Die Zahlenangaben über den Spartakus-Aufstand und ihre Glaubwürdigkeit, in: Das Altertum, Bd. 16, Heft 2, Berlin 1970.

Oliva, Charakteristische Züge der Sklavenaufstände:

Oliva, P., Die charakteristische Züge der großen Sklavenaufstände zur Zeit der römischen Republik, in: Schneider, H. (Hrsg.), Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der späten römischen Republik, Darmstadt 1976, S. 237-253.

Staermann, Blütezeit:

Staermann, E. M., Die Blütezeit der Sklavenwirtschaft in der römischen Republik, Wiesbaden 1969.

Vogt, Antike Sklavenkriege:

Vogt, J., Zur Struktur der antiken Sklavenkriege, in: ders., Sklaverei und Humanität. Studien zur antiken Sklaverei und ihrer Erforschung, 2. erw. Aufl., Wiesbaden 1972.

Volkmann, Massenversklavungen:

Volkmann, H., Die Massenversklavungen der Einwohner eroberter Städte in der hellenistisch-römischen Zeit. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage von G. Horsmann, Stuttgart 1990.

Waldstein, Operae libertorum:

Waldstein, W., Operae libertorum. Untersuchungen zur Dienstpflicht freigelassener Sklaven, Stuttgart 1986.

Welwei, Unfreie im antiken Kriegsdienst:

Welwei, K. W., Unfreie im antiken Kriegsdienst. Dritter Teil: Rom, Stuttgart 1988.

Westermann, Slave System:

Westermann, W., The Slave System of Greek and Roman Antiquity, Philadelphia 1955.

Wiedemann, Slavery:

Wiedemann, T. E. J., Slavery, Oxford 1987.

10.3. Bibliographien:

Krause, Bibliographie zur antiken Sozialgeschichte:

Krause, J.-U./ Mylonopoulos, J./ Cengia, R., Bibliographie zur antiken Sozialgeschichte, Bd. 2: Schichten, Konflikte, religiöse Gruppen, materielle Kultur, Stuttgart 1998, S. 342-392.

Vogt/Brockmeyer, Bibliographie zur antiken Sklaverei:

Vogt, J./ Brockmeyer, N., Bibliographie zur antiken Sklaverei, Bochum 1971.

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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 14. April 2007 )
 
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